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Bericht über die öffentliche Gemeinderatssitzung vom 21.09.2026
Kurzbericht aus der Gemeinderatssitzung vom 21. September 2026
Am Montag, 21. September 2026, fand ab 19:30 Uhr eine öffentliche Sitzung des Gemeinderats Mühlhausen im Täle statt. Ein Mitglied des Gemeinderats war entschuldigt. Zu Tagesordnungspunkt 2 waren die Herren Matthias Weihermann und Marc Ruf vom Büro Rationelle Energie Süd GmbH (RES) aus Geislingen anwesend. Bis einschließlich Tagesordnungspunkt 4 waren noch 4 Zuhören anwesend.
TOP 01 - Niederschrift der Gemeinderatssitzung vom 27. Juli 2026
Zu Beginn der Sitzung befasste sich der Gemeinderat mit dem Entwurf der Niederschrift über die öffentliche Gemeinderatssitzung vom 27. Juli 2026. Die Sitzungsniederschrift wurde von den Mitgliedern des Gemeinderats bestätigt.
TOP 02 - Kommunale Wärmeplanung – Sachstand und Eignungsprüfung
Die Gemeinde Mühlhausen im Täle hatte die Rationelle Energie Süd GmbH (RES) bereits Ende 2025 mit der Erstellung der Kommunalen Wärmeplanung auf Grundlage des Wärmeplanungsgesetzes des Bundes beauftragt. In der Sitzung stellte Herr Ruf nun die Ergebnisse der sogenannten Eignungsprüfung vor. Dabei wurde untersucht, ob sich einzelne Bereiche des Gemeindegebiets grundsätzlich für eine leitungsgebundene Wärmeversorgung über ein Wärmenetz oder ein Wasserstoffnetz eignen. Herr Weihermann stand für weiterführende Fragen des Gremiums zur Verfügung.
Für Mühlhausen im Täle zeichnet sich dabei ein recht eindeutiges Bild ab: Nach dem derzeitigen Prüfstand ist für die untersuchten Teilgebiete eine dezentrale Wärmeversorgung zu erwarten. Eine wirtschaftlich tragfähige Perspektive für ein Wärmenetz oder ein Wasserstoffnetz ist derzeit nicht erkennbar. Damit kann für die Teilgebiete grundsätzlich eine verkürzte Wärmeplanung durchgeführt werden.
Maßgeblich hierfür sind insbesondere die überwiegend niedrigen Wärmeliniendichten. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies, dass entlang der einzelnen Straßenzüge nicht genügend Wärmebedarf gebündelt vorhanden ist, um den Aufbau eines Wärmenetzes voraussichtlich wirtschaftlich betreiben zu können. Hinzu kommen die teilweise lockere Bebauungsstruktur, fehlende größere Ankerkunden sowie derzeit nicht in ausreichendem Umfang erkennbare nutzbare Wärmequellen wie beispielsweise industrielle Abwärme. Auch für die Eselhöfe wurde ein mögliches Abwärmepotenzial bereits untersucht; nutzbare Abwärme wurde dort nicht festgestellt.
Auch eine künftige Versorgung über ein Wasserstoffnetz wird derzeit mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erwartet. Zwar hat der Gasnetzbetreiber grundsätzlich auf die Möglichkeit einer späteren Transformation des bestehenden Gasnetzes hingewiesen. Eine solche Umstellung wäre technisch jedoch frühestens ab dem Jahr 2037 denkbar und hängt zudem von weiteren vorgelagerten Rahmenbedingungen ab. Für die Wärmeplanung besteht deshalb aktuell keine belastbare Grundlage, Bereiche der Gemeinde als künftige Wasserstoffnetzgebiete einzustufen.
Die Ergebnisse bedeuten allerdings nicht, dass damit bereits festgelegt wäre, welche Heiztechnik einzelne Gebäudeeigentümer künftig einsetzen müssen. Die Kommunale Wärmeplanung ist vielmehr ein strategisches Planungsinstrument und entfaltet für die einzelnen Grundstückseigentümer keine unmittelbare rechtliche Außenwirkung.
Der Gemeinderat nahm die vorgestellten Ergebnisse einstimmig zur Kenntnis und beschloss, das Ergebnis der Eignungsprüfung entsprechend den gesetzlichen Vorgaben zu veröffentlichen. Die Öffentlichkeit sowie die berührten Behörden und Träger öffentlicher Belange erhalten Gelegenheit zur Einsichtnahme und zur Abgabe von Stellungnahmen. Neue Erkenntnisse können im weiteren Verfahren noch berücksichtigt werden.
Die ausführliche Veröffentlichung zur Eignungsprüfung der Kommunalen Wärmeplanung mit den entsprechenden Unterlagen und Hinweisen zur Beteiligung finden Sie im Mitteilungsblatt "Oberer Fils Bote" oder hier auf der Internetseite der Gemeinde Mühlhausen i.T.
[News: Auslegung der Eignungsprüfung nach § 14 WPG]
TOP 03 - „Alte Molke“ auf den Eselhöfen – erste Arbeiten wurden vergeben
Ein weiterer Schwerpunkt der Sitzung war die geplante Reaktivierung und Umnutzung der „Alten Molke“ auf den Eselhöfen. Das rund 54 Quadratmeter große Steingebäude soll künftig als feste Basisstation für den gemeindlichen Lernwald dienen. Vorgesehen ist eine Nutzung als Wald- und Naturstube „M.O.L.K.E.“, wobei die Bezeichnung für „Mitmachen, Orientieren, Lernen, Kultur und Erleben“ steht.
Das Gebäude soll insbesondere einen wetterunabhängigen Schutz- und Aufenthaltsraum für die Angebote des Lernwaldes bieten und darüber hinaus auch für weitere Bildungsangebote genutzt werden können. Für die neue Nutzung sind verschiedene Sanierungs- und Ertüchtigungsarbeiten notwendig. Um die Kosten möglichst wirtschaftlich zu gestalten, sollen Leistungen von Fachfirmen mit Eigenleistungen des kommunalen Bauhofs kombiniert werden.
Der Gemeinderat stimmte der Einbindung des Bauhofs insbesondere für Arbeiten im Außenbereich, die Anlage eines kleinen gepflasterten Fußwegs sowie für die Bauleitung zu. Vergeben wurden außerdem die Elektroarbeiten an die Firma Elektro Strähle sowie die Arbeiten für eine hinter dem Gebäude liegenden Außentüre an die Schreinerei Pulvermüller.
Noch nicht vergeben wurden die Arbeiten in den Bereichen Abwasser, Sanitär, Pumpanlage und Trinkwasserversorgung. Die Planungen hierzu werden vorangetrieben.
TOP 04 - Bauvoranfrage für ein Zweifamilienhaus an der Kreuzäckerstraße
Erneut beschäftigte sich der Gemeinderat mit einer geplanten Wohnbebauung auf dem Grundstück Flst. 111/2 im Bereich der Kreuzäckerstraße. Die Planungen waren bereits im Frühjahr gemeinsam mit dem Gemeinderat vor Ort erörtert und anschließend überarbeitet worden. Im Juli 2026 hatte die Bauherrschaft schließlich eine Bauvoranfrage beim Landratsamt Göppingen eingereicht.
Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen insbesondere die Lage des geplanten Gebäudes außerhalb des bislang festgesetzten Baufensters sowie die Frage des Stellplatznachweises auf gemeindlichen Grundstücksflächen an der Kreuzäckerstraße. Eine direkte Zufahrt von der Kreuzäckerstraße zum Baugrundstück ist nicht vorgesehen; das Grundstück soll von dort lediglich fußläufig erschlossen werden.
Das Landratsamt hatte die Gemeinde um eine abschließende Stellungnahme zu verschiedenen noch offenen Punkten gebeten. Der Gemeinderat nahm die bereits abgegebene Stellungnahme der Gemeinde zustimmend zur Kenntnis und beauftragte die Verwaltung, die weiteren Fragen des Landratsamtes zu beantworten.
Das gemeindliche Einvernehmen zur vorliegenden Bauvoranfrage wurde einstimmig erteilt. Eine Zustimmung zu einem beschleunigten Bauverfahren im Rahmen des sogenannten „Bau-Turbos“ wurde aufgrund der derzeit bestehenden Rechtsunsicherheit hingegen noch nicht erteilt. Eine solche Zustimmung wurde für das spätere Baugenehmigungsverfahren grundsätzlich in Aussicht gestellt.
TOP 05 - Spende für den Lernwald
Erfreuliches konnte im Zusammenhang mit dem Lernwald der Grundschule berichtet werden. Ein Spender, der anonym bleiben möchte, hatte der Gemeinde einen Betrag von 1.000 Euro speziell für den Lernwald zukommen lassen.
Da über die Annahme von Spenden dieser Höhe der Gemeinderat zu entscheiden hat, wurde die Zuwendung dem Gremium zur Beschlussfassung vorgelegt. Der Gemeinderat nahm die Spende einstimmig und dankend an und bestätigte zugleich deren Zweckbindung für den Lernwald.
TOP 06 - Bekanntgaben
Unter den Bekanntgaben informierte die Verwaltung über mehrere aktuelle Termine und Entwicklungen.
Am Samstag, 26. September 2026, findet ab 14 Uhr die diesjährige Hauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Mühlhausen im Täle am Wasserwerk der Albwasserversorgungsgruppe II im Mühlenweg statt.
Ebenfalls am 26. September öffnet der Verkehrsdienst Mühlhausen im Täle im Warmenweg 2 ab 10 Uhr seine Türen und bietet Einblicke in die Polizeiarbeit sowie Informationen rund um den Polizeiberuf.
Darüber hinaus berichtete die Verwaltung über Gespräche mit dem Straßenverkehrsamt des Landratsamtes Göppingen.
Für die geplante Sanierung der Brühlstraße konnte dabei grundsätzlich geklärt werden, dass eine Gestaltung möglich ist, die eine spätere Ausweisung als verkehrsberuhigten Bereich zulässt. Die weiteren Planungen sollen zu gegebener Zeit erneut im Gemeinderat beraten werden.
Auch die Parksituation im Gewerbegebiet „Sänder“, insbesondere in der Filsaue, war Gegenstand der Gespräche. Aufgrund der fortschreitenden gewerblichen Bebauung müssen bestimmte Bereiche für die Zu- und Abfahrt zu den Grundstücken freigehalten werden. Nach Auskunft des Straßenverkehrsamtes kommt eine Kennzeichnung zulässiger Parkflächen grundsätzlich in Betracht. Die Verwaltung wird deshalb gemeinsam mit dem Bauhof mögliche Stellflächen untersuchen und dem Gemeinderat anschließend einen Vorschlag für das weitere Vorgehen vorlegen.
Weiter wurde bekanntgegeben, dass die Bahnhofstraße im Bereich der Brücke der B 466 am 1. Oktober 2026 wegen einer Bauwerksprüfung halbseitig gesperrt werden muss.
TOP 07 Bürgerfragen
Da keine Bürgerinnen und Bürger anwesend waren, entfiel der Tagesordnungspunkt „Bürgerfragen“.
TOP 08 – Sonstiges und Anfragen
Unter „Sonstiges und Anfragen“ wurde aus der Mitte des Gemeinderats darauf hingewiesen, dass die Bürgerschaft Obst von gemeindlichen Obstbäumen ernten und verwerten darf.
Außerdem wurde eine Informationsveranstaltung der Autobahn GmbH thematisiert. Die Verwaltung stellte hierzu klar, dass es sich nicht um eine Veranstaltung der Gemeinde gehandelt hatte und seitens der Autobahn GmbH hierzu auch keine entsprechenden Werbemaßnahmen veröffentlicht worden waren. Der Gemeinderat nahm die Ausführungen zur Kenntnis.





