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Partnerschaft lebt von Begegnungen – Rückblick auf die Partnerschaftstage in Geierswalde
**Mühlhausen im Täle/Geierswalde**29.05. - 31.05.2026
Drei Tage voller Begegnungen, Gespräche, gemeinsamer Erlebnisse und herzlicher Gastfreundschaft liegen hinter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der diesjährigen Partnerschaftstage zwischen Geierswalde und Mühlhausen im Täle. Vom 29. bis 31. Mai 2026 waren rund 60 Gäste aus Mühlhausen im Täle in der Lausitz zu Gast, um gemeinsam mit ihren Freunden das 625-jährige Ortsjubiläum Geierswaldes sowie die inzwischen 35-jährige Partnerschaft zu feiern.
Bereits die Ankunft der Gäste am Freitagmittag war von großer Herzlichkeit geprägt. Viele bekannte Gesichter wurden nach längerer Zeit wiedergetroffen, Freundschaften aufgefrischt und Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse ausgetauscht. Zahlreiche Umarmungen und persönliche Gespräche machten deutlich, dass die Verbindung zwischen Geierswalde und Mühlhausen im Täle längst weit über eine offizielle Partnerschaft hinausgewachsen ist. Das Wiedersehen vieler langjähriger Wegbegleiter sorgte für bewegende und emotionale Momente. Vor dem Bürgerhaus wehten traditionell die Fahnen mit den Ortsfarben beider Gemeinden im Wind.
Beim Festabend am Freitag wurde die Geschichte und Entwicklung der Partnerschaft gewürdigt. In ihren Grußworten betonten die Verantwortlichen beider Orte, dass die Freundschaft zwischen Geierswalde und Mühlhausen im Täle vor allem von den Menschen getragen wird, die sich seit vielen Jahren mit großem Engagement für den Austausch einsetzen. Die zahlreichen persönlichen Kontakte und Freundschaften, die im Laufe der Jahre entstanden sind, wurden dabei immer wieder sichtbar. Ute Breunig, 1. Vorsitzende des KSV Geierswalde moderierte souverän durch das Festprogramm.
Als sichtbares Zeichen dieser Freundschaft brachte die Delegation aus Mühlhausen im Täle eine Wellenliege mit nach Geierswalde. Die Wellenliege wurde von den Mühlhausener Vereinen und Organisationen gestiftet und soll dauerhaft an die Verbundenheit beider Gemeinden erinnern. Diese Sitzgelegenheit wurde bereits schon während der Partnerschaftstage rege genutzt und entwickelte sich schnell zu einem beliebten Treffpunkt. Zahlreiche Erinnerungsfotos entstanden auf und rund um die neue Sitzgelegenheit. Die Bank wird künftig dauerhaft an die Verbundenheit beider Orte erinnern und lädt Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste zum Verweilen ein.
Für die passende musikalische Umrahmung sorgten am Freitagabend „die Kapelkollegen“ aus Geierswalde. Mit ihrer Musik trugen sie zur festlichen und fröhlichen Stimmung bei und sorgten für einen gelungenen Auftakt des Partnerschaftswochenendes.
Die musikalische Begleitung bot den passenden Rahmen für viele Gespräche, Begegnungen und gemeinsame Erinnerungen sowie ausgelassenem Tanz und fröhlichem Miteinander. „Annemarie“ durfte dabei selbstverständlich nicht fehlen, eine Polka, die wir stets mit Geierswalde verbinden. Es heißt, wer nicht „Annemarie“ getanzt hat, war (noch) nicht wirklich in Geierswalde.
Am Samstagmorgen wurden die Gäste im Bürgerhaus mit einem reichhaltigen Frühstücksbuffet verwöhnt, das hinsichtlich Auswahl, Qualität und Präsentation durchaus mit einem gehobenen Hotelstandard verglichen werden konnte. Auch am Sonntagmorgen ließ die Gastfreundschaft keine Wünsche offen. Für diesen besonderen Verwöhnfaktor gilt allen Organisatoren, Helfern und Unterstützern ein herzlicher Dank. Die liebevolle Betreuung während des gesamten Wochenendes wurde von den Gästen aus Mühlhausen im Täle mit großer Wertschätzung aufgenommen.
Ein Höhepunkt des Wochenendes war sicher der gemeinsame Rundgang durch Geierswalde. Die Teilnehmer erhielten interessante Einblicke in die Entwicklung der Gemeinde Elsterheide und den tiefgreifenden Strukturwandel der Region. Unter der organisatorischen Verantwortung von Karl-Heinz Radochla konnte der Ort mit weiteren Guides wie Roland Sängerlaub, Martina Schudack sowie Dieter Mücke erkundet werden. Alle zeigten mit großem Fachwissen die Entwicklungen des Ortes auf, informierten aber auch über die Entstehung des Lausitzer Seenlandes. Es wurde dargestellt, wie sich die ehemalige Bergbauregion innerhalb weniger Jahrzehnte zu einer einzigartigen Wasser- und Erholungslandschaft entwickelt hat.
Ebenso beeindruckend waren die Ausführungen von Christian Benusch zur Geschichte der Kirche Geierswalde. Das denkmalgeschützte Gebäude aus den Jahren 1678/1679 ist vor allem für ihren schiefen Kirchturm bekannt, der durch die Grundwasserabsenkung des ehemaligen Tagebaus entstand. Mit einem bemerkenswerten und tiefgreifenden historischen Wissen vermittelte Christian Benusch den Gästen zahlreiche interessante Hintergründe zur Kirche im Ortszentrum und ihrer Bedeutung für die Entwicklung des Dorfes. Seine Erläuterungen machten deutlich, wie eng die Geschichte Geierswaldes mit den Menschen und ihren Traditionen verbunden ist.
Beim Rundgang wurden darüber hinaus auch aktuelle Fragen der Ortsentwicklung angesprochen. Insbesondere die weitere Entwicklung am Geierswalder See sowie verschiedene bauliche Vorhaben beschäftigen viele Bürgerinnen und Bürger. Dabei wurde deutlich, dass sich Geierswalde in einem Spannungsfeld zwischen touristischer Entwicklung, wirtschaftlichen Chancen und dem Erhalt seines gewachsenen dörflichen Charakters befindet. Ein Thema, das die Menschen vor Ort bewegt und dessen weitere Entwicklung aufmerksam begleitet wird.
Besonders interessant waren darüber hinaus die Gespräche mit Vertretern des 1. Wassersportvereins Lausitzer Seenland e. V. Bürgermeister Bernd Schaefer nutzte die Gelegenheit zum Austausch mit dem 1. Vorsitzenden des Vereins, Mirko Freigang, über die Entwicklung des Wassersports im Lausitzer Seenland. Der Verein genießt weit über die Region hinaus Anerkennung und verfolgt ambitionierte Ziele. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig die weitere Verankerung des Vereins mit dem Ort und die enge Verbindung zur örtlichen Gemeinschaft sind. Hier gilt es, die Begegnungen zu intensivieren.
Ebenso aufschlussreich waren die Informationen der Polizeibeamten der gemeinsamen Wasserschutzpolizei Sachsen/Brandenburg mit ihrer gemeinsamen Dienststelle am Geierswalder See. Die Polizeibeamten Lars Krisch und Christoph Kahl machten mit ihren Ausführungen deutlich, dass die Herausforderungen auf den Gewässern der Lausitzer Seenlandschaft keine Landesgrenzen kennen und nur durch eine enge Zusammenarbeit bewältigt werden können. Durch die schiffbaren Verbindungen zwischen den Seen ist das Einsatzgebiet dementsprechend groß.
Eine schöne Idee fand sich im gesamten Dorf wieder. Mehr als 25 Strohpuppen waren im Ortsgebiet verteilt und inszenierten 15 verschiedene Szenen bzw. Motive. Ob im Garten beim Tee oder beim Maibaumstellen – die Puppen spiegeln das gesellschaftliche Leben im Ort wider.
Am Nachmittag standen neben Kaffee und Kuchen das lange erwartete Maibaumwerfen und weitere Begegnungen auf dem Programm. Dabei wird der Maibaum tatsächlich „umgeworfen“, also gefällt. So lag er dann nach langem Applaus auf dem Boden und wartete auf die am späten Nachmittag anstehende Versteigerung.
Bevor diese aber anstand, folgte die traditionelle Bauernolympiade. Unter der Leitung und Moderation von Dieter Woßlick wurde am Samstagnachmittag für viel Spaß, Teamgeist und sportlichen Ehrgeiz gesorgt. Gleich zwei Mannschaften aus Mühlhausen im Täle stellten sich bei den lustigen Spielen gemeinsam mit weiteren Teams den abwechslungsreichen Wettbewerben. Mit Geschick, Ausdauer und einer gehörigen Portion Humor galt es unter anderem beim Getreidedreschen, Wasserschöpfen, beim Eierlauf mit anschließendem Rühreibraten sowie bei anderen traditionellen Disziplinen Punkte zu sammeln. Besonders stolz durfte die Mannschaft der Gemeindeverwaltung Mühlhausen im Täle auf ihr Ergebnis sein. Gegen starke Konkurrenz errang sie einen hervorragenden dritten Platz und konnte damit einen Platz auf dem Siegerpodest sichern. Auch waren zwei Kindermannschaften mit Kindern aus Mühlhausen gemeldet, die mit den vorderen zwei Plätzen Spitzenergebnisse erringen konnten. Die Wettbewerbe sorgten bei Teilnehmern und Zuschauern gleichermaßen für beste Unterhaltung und waren einmal mehr ein Beispiel dafür, wie unkompliziert und herzlich die Begegnungen zwischen den Partnergemeinden gelebt werden.
Für besondere Spannung am späten Nachmittag sorgte dann endlich die traditionelle Maibaumversteigerung. Als der Auktionator Daniel Boz nach ca. anderthalb Stunden schließlich bis drei zählte, stand fest: Das Schlussgebot kam aus Mühlhausen im Täle. Damit geht der diesjährige Maibaum in die Partnergemeinde auf der Schwäbischen Alb. Nun darf darüber nachgedacht werden, welche neue Bestimmung der Baum erhalten wird. Entsteht daraus eine Sitzbank oder mehrere Sitzgelegenheiten? Wird er Teil einer Skulptur oder eines anderen Kunstwerks? Die Ideenfindung hat bereits begonnen. Sicher ist jedoch schon heute, dass der Transport des Maibaums nach Mühlhausen im Täle mit hoher Wahrscheinlichkeit Anlass für die nächste partnerschaftliche Begegnung sein wird.
Ein dickes Lob gilt auch Steffi Smohor, Uta Stein und Stephanie Woßlick. Mit großem Engagement kümmerten sie sich während der Partnerschaftstage um die Betreuung der Kinder und Jugendlichen. Ob beim gemeinsamen Ortsrundgang, während der verschiedenen Programmpunkte oder beim Festgeschehen am Samstag – sie sorgten dafür, dass auch die jüngsten Teilnehmer abwechslungsreiche und schöne Stunden erleben konnten. Ihr Einsatz trug wesentlich dazu bei, dass sich Familien mit Kindern während des gesamten Wochenendes gut aufgehoben fühlten und die Partnerschaftstage für alle Generationen zu einem gelungenen Erlebnis wurden.
Ausgelassen gefeiert wurde schließlich am Samstagabend. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Mühlhausener Band „Different Paper“, die mit ihrem abwechslungsreichen Programm für beste Stimmung sorgte. Schnell füllte sich die Tanzfläche und Gäste aus Geierswalde und Mühlhausen feierten gemeinsam bis tief in die Nacht beziehungsweise bis in die frühen Morgenstunden hinein. Die Musik, die gute Stimmung und die vielen persönlichen Begegnungen machten den Abend zu einem weiteren Höhepunkt der Partnerschaftstage und zeigten eindrucksvoll, wie lebendig und herzlich die Verbindung zwischen beiden Gemeinden gelebt wird. Die große Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger beider Orte zeigte einmal mehr, wie lebendig die Partnerschaft auch nach 35 Jahren geblieben ist. Viele Teilnehmer betonten, wie wertvoll die persönlichen Begegnungen und Freundschaften sind, die über die Jahre entstanden sind und bis heute gepflegt werden.
Als besondere Erinnerung an das Jubiläumswochenende erhielten die Gäste aus Mühlhausen im Täle einen Dreschflegel in Anlehnung an die Bauernolympiade, dieser jedoch mit den Inschriften „625 Jahre Geierswalde“ und „35 Jahre Gemeindepartnerschaft“. Dieses symbolträchtige Geschenk wird seinen Weg in die schwäbische Heimat finden. Dort wird sich bestimmt ein würdiger Platz finden, um dauerhaft an ein außergewöhnliches Wochenende, die herzliche Gastfreundschaft und die lebendige Freundschaft zwischen Geierswalde und Mühlhausen im Täle zu erinnern.
Der Abschied am Sonntag fiel daher vielen sichtlich schwer. Nach ausgedehntem Frühstück sowie der Möglichkeit, den Gottesdienst zu besuchen, versammelten sich gegen 11:30 Uhr traditionell zahlreiche Geierswalder am Straßenrand, als der Bus die Heimreise nach Mühlhausen im Täle antrat. Mit herzlichem Winken, mit kleinen Tränen in den Augen und vielen guten Wünschen wurden die Gäste verabschiedet. Ein bewegender Moment, der eindrucksvoll zeigte, dass die Partnerschaft zwischen Geierswalde und Mühlhausen im Täle weit mehr ist als ein offizieller Austausch zwischen zwei Gemeinden – sie ist zu einer echten Freundschaft geworden.
Bürgermeister Bernd Schaefer dankte allen Gastgebern, Organisatoren, Vereinen, Helfern, dem Ortschaftsrat sowie den vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern in Geierswalde, die zum Gelingen der Partnerschaftstage beigetragen haben. Gleichzeitig sprach er nochmals die offizielle Einladung zum nächsten Ferienaustausch im Jahr 2027 in Mühlhausen im Täle aus, welche bereits eindrucksvoll mit einem Sketch einiger Mühlhausener am Samstagabend vorgetragen wurde.
Den Abschluss des Festwochenendes bildeten über die Mittagszeit zwei weitere Highlights. Der Jugendclub hatte noch für die Kinder im Ort ein Puppentheater organisiert. Hier konnte man die Welt der Puppenspieler auch hinter den Kulissen erleben. Mit einem spannenden Kneipen-Quiz mit Fragen rund um Geierswalde konnte man sein Wissen auf die Probe stellen. Wer beispielsweise wusste, wie viele Linden es in Geierswalde gibt, konnte hier gut punkten.
Freundschaft lebt von Begegnungen. Nicht Urkunden und Beschlüsse halten eine Partnerschaft lebendig, sondern die Menschen, die sich begegnen, austauschen und immer wieder aufeinander zugehen. Genau diese Begegnungen wurden in Geierswalde erneut gepflegt, vertieft und mit Leben erfüllt. Die Vorfreude auf das Wiedersehen ist bereits heute spürbar. Ein herzliches Dankeschön an alle Mühlhausenerinnen und Mühlhausener die dabei waren und dieses Fest unglaublich bereichert haben, aber insbesondere an alle Geierswalderinnen und Geierswalder, die mit mühevollem und anstrengendem Einsatz diese Partnerschaftstage und dieses Jubiläum zu einem ganz besonderen Ereignis gemacht haben. Wir freuen uns jetzt schon auf unser nächstes Zusammentreffen …









