Aktuelles: Gemeinde Mühlhausen

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Zusammenhalt / Rücksicht / Fürsorge

Autor: Mühlhausen im Täle
Artikel vom 18.03.2020

18. März 2020 - Mühlhausen im Täle

Die Auswirkungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 (COVID-19) spüren wir in unserer Gesellschaft mittlerweile sehr deutlich. Mehrfach wurde von der Politik schon angedeutet, dass es erhebliche Einschnitte in unserem sozialen System geben wird.

Die Unterbrechung und Eindämmung von möglichen Infektionswegen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 (COVID-19) muss unser aller vordringlichstes Ziel sein. Auf unnötige Kontakte - auch mit nur kleinen Menschengruppen - ist zwingend zu verzichten.  In der Zwischenzeit wurden vom Bund, vom Land Baden-Württemberg sowie den zuständigen Behörden wie auch von der Gemeinde weitreichende Einschränkungen und Vorschriften im Umgang mit dem Virus erlassen.

Einschränkende Maßnahmen!

So spielt die Nutzung von öffentlichen Einrichtungen für uns eine wesentliche Rolle. Eine weiterhin bedenkenlose Nutzung der öffentlichen Einrichtungen würde die dringende Gefahr der Weiterverbreitung der gefährlichen übertragbaren Krankheit erhöhen - insbesondere wenn mehrere Menschen auf engem Raum zusammentreffen bzw. sich dort aufhalten können. Deshalb ist die Gemeindehalle, der Bürgersaal, das Vereinszimmer sowie der "alte Sitzungsaal" für Vereins- Sport- und Kulturzwecke sowie für sonstige Nutzungen und Zusammentreffen per behördlicher Anordnung gesperrt. Die Ausübung einer eventuell bestehenden Schlüsselgewalt ist untersagt. Die bisherigen Nutzungen der öffentlichen Einrichtungen würden dabei die Infektionswege begünstigen. Die Schließung der genannten Räumlichkeit ist damit eine der Möglichkeiten um Personen, die sich in diesem Bereich aufhalten könnten, vor einer drohenden Ansteckung zu schützen. Gleichzeitig wird damit einer Weiterverbreitung der gefährlichen übertragbaren Krankheit entgegengewirkt.

Die Gemeindeverwaltung schränkt in der Zeit bis mindestens So. 19. April 2020 den offenen Bürgerverkehr im Rathaus ein. Verwaltungsleistungen sind ab sofort nur noch in dringenden Fällen und nur nach telefonischer Terminabsprache möglich. Bitte wenden Sie sich bei dringenden, unaufschiebbaren Anliegen an die Gemeindeverwaltung unter der Telefonnummer 07335-9601-0. Gerne stehen wir dann für Ihr Anliegen zur Verfügung.

Gemeinderatssitzungen, Dienstbesprechungen sowie Hauptversammlungen oder sonstige Zusammenkünfte in der Verantwortung der Gemeinde wird es in nächster Zeit ebenfalls nicht geben. Die geplante Gemeinderatssitzung am Montag, 23. März 2020 ist abgesagt und findet nicht statt. Ebenso wenig wie die Verbandsversammlungen unserer Zweckverbände. Die Volkshochschule „Oberes Filstal“ bietet keine Kurse mehr an.

Im Ort sind sämtliche Betreuungseinrichtungen geschlossen. Dies betrifft den Kindergarten "Pusteblume", das „Kinderstüble“, die freie Tagesmutter sowie insbesondere auch die Felix-Nabor-Schule inklusiv der Nachmittagsbetreuung. Auch die geplante Ferienbetreuung in den Osterferien wird es nicht geben. Nur wenn eine familiäre bzw. privathäusliche Betreuung aufgrund umfänglicher Berufstätigkeit in einer "kritischen Infrastruktur" im Zusammenhang eines systemrelevanten Berufs nicht möglich ist, kann es im Ausnahmefall eine Notbetreuung geben. Die Regelungen hierzu sind jedoch sehr eng und restriktiv auszulegen. Hier besteht kein Ermessensspielraum.

Die örtliche Gastronomie und auch das Hotelgewerbe sind eingeschränkt. Ein offener Gaststättenbetrieb ist untersagt. Unter Einhaltung gewisser und streng auszulegenden Vorgaben ist ein eingeschränkter Gastronomiebetrieb möglich, jedoch nur sehr schwierig umzusetzen.  Gegebenenfalls bieten einzelne die Gastro-Betriebe einen „Bringdienst“ für Zuhause an - fragen Sie einfach im Restaurant nach. Auch gemeinsame Vereinsaktivitäten und Nutzungen sowie Besuche von Vereinsräumlichkeiten für gemeinschaftliche Zusammentreffen sind untersagt!

Kinderspielplätze sind von den angeordneten Sperrungen ebenfalls betroffen. Demensprechende Hinweise sind bei den kommunalen Spielplätzen angebracht. Bitte ignorieren Sie diese Sperrungen nicht. Auch Gottesdienste sind abgesagt.

All diese Schritte sind notwendig - aber auch nur hilfreich, wenn wir uns alle daran halten. In einer Gesellschaft, welche sich ihre Freiheiten, ihre Mobilität und ihr soziales Gemeinwesen über Jahrzehnte in solch einem Maße aufgebaut hatte, wie wir es bis zuletzt selbst erleben konnten, erscheint es für uns als sehr schwierig, sich diesen Anordnungen und Beschlüssen unterzuordnen und besonnen zu handeln. Aber das öffentliche Leben bei uns in Mühlhausen im Täle, in den Nachbarorten und anderswo auf der Welt, ist fast bis auf "Null" reduziert. Es finden keine kulturellen und sozialen Veranstaltungen mehr statt. Als letzter Schritt bliebe nur noch eine Ausgangssperre, die es bislang zu vermeiden gilt.

Unabhängig der schwierigen Einschränkungen, erfahre ich aus den meisten Teilen der Bürgerschaft das notwendige Verständnis für die Maßnahmen zur Bewältigung aller Herausforderungen, die auf jeden Einzelnen von uns zukommen. Hierfür möchte ich mich bei Ihnen im Namen aller recht herzlich bedanken und meinen Respekt ausdrücken. Ich weiß, dass auch Existenzängste eine Rolle spielen, jedoch hoffe ich auf die Bemühungen und das Pflichtbewusstsein aller Entscheidungsträger, die Existenzen zu sichern.

Das öffentliche Gesundheitsinteresse an der Verhinderung der Weiterverbreitung der übertragbaren Krankheit im Zusammenhang mit dem Coronavirus 2019-nCoV überwiegt das Interesse am Festhalten unserer gewohnten sozialen Strukturen. Um eine ordnungsgemäße Durchführung der angeordneten Maßnahmen zu gewährleisten, ist deshalb den Anweisungen der Gemeindeverwaltung, der Ortspolizei, des Polizeivollzugsdienstes, des Gesundheitsamtes und der vor Ort eingesetzten Kräfte Folge zu leisten.

Aufruf zur nachbarschaftlichen Hilfe!

Bei all den Herausforderungen ist es jedoch sehr wichtig, den Menschen und Betroffenen in unserer Nachbarschaft, in unserem Dorf zu helfen. Es gibt Menschen, die aufgrund ihres Gesundheitszustandes, ihres Alters oder aufgrund fehlender familiärer Bindung nicht in der Lage sind, sich ausreichend selbst zu versorgen. Achten Sie auf Ihre Nachbarn und auf Ihre Bekannten, halten Sie zusammen. Fragen Sie nach, ob Sie für alleinstehende Personen mit einkaufen könnten. Lassen Sie Bürgerinnen und Bürger nicht im Stich, welche gegebenenfalls zur Gruppe der Risikopersonen gehören. So muss zum Beispiel ihre betagte alleinstehende Nachbarin oder ihr kranker Nachbar nicht zwingend alleine noch zum Einkaufen. Da ist es wichtig, nun zusammenzustehen und sich gegenseitig zu helfen.

Sollten Sie zur Gruppe der Risikopersonen gehören und/oder alleinstehend ihre Versorgung nicht mehr bewältigen können, so wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an Ihre Nachbarn, an Ihre Bekannten, an Freunde und Familie. Haben Sie keine Hemmungen in dieser Ausnahmesituation. Die Gemeindeverwaltung vermittelt Ihnen bei Bedarf ebenfalls notwendige Hilfe.

Nutzen Sie die sozialen Medien -  Bieten Sie WhatApp-Gruppen an, organisieren Sie sich auf örtlicher Ebene, nutzen Sie die Organisationen über Facebook ("#CoronaCare: Deutschland hilft sich - wir machen mit"; auf Instagram ( #CoronaCare) und dabei wichtig, gehen Sie direkt auf Ihre Nachbarn und Bekannten zu und melden Sie sich bei der Gemeindeverwaltung wenn Sie gerne helfen möchten.

Die Gemeindeverwaltung als zentrale Informationsstelle!

Fragen zum Coronavirus oder dessen Verlauf sowie zu gesundheitlichen Folgen können wir natürlich nicht beantworten, wir sind keine Ärzte – jedoch viele Themen rund um die Meldung von Verdachtsfällen, mögliche häusliche Quarantäne, Überwachung der Anordnung, Koordinierung von Hilfeleistungen und Anfragen, zur Notbetreuung und vieles anderes laufen auch zuständigkeitshalber über die Gemeindeverwaltung. Gerne bieten wir uns dabei als zentrale Informationsstelle für die kommunalen Themen an.

Wir müssen uns darüber bewusst sein, dass es viele von uns selbst direkt betreffen wird, dass der ein oder andere aus unserer Bürgerschaft mit dem Coronavirus infiziert werden wird. Lassen Sie uns gemeinsam bemüht sein, als Bürgerschaft zusammenzustehen, die Infektionswege einzudämmen, das Gesundheitswesen nicht zu überlasten sowie die erforderlichen Einschränkungen und Nachteile gemeinsam besser zu ertragen.

Ihr

Bürgermeister Bernd Schaefer