Aus der Geschichte
Die Ortschaft Mühlhausen gilt als die älteste im Kreis Göppingen, wenn
man von der erstmaligen urkundlichen Nennung in historischen Quellen ausgeht.
Breits im Jahre 812, also frühes Mittelalter, findet Mühlhausen in einem
Verzeichnis des Klosters Lorsch an der Bergstraße Erwähnung. Wann nun aber
unsere eigentliche Ortschaft durch die Gründung einer festen Ansiedlung genau
entstanden ist, lässt sich heute nicht mehr nachweisen.
Die Bezeichnung des Ortsnamens stammt aus der Tatsache, dass die Siedlung an
einer wichtigen Mühle lag, und damit war der Name „Mühlhausen“ festgelegt.
In staufischer Zeit gehörte die Mühle einem gewissen „Esso“ und wurde daher
„Esso´s Mühle“ genannt, in späterer Zeit „Exen- oder Hexenmühle“. Mitte des 12.
Jahrhunderts gehörte das ganze Gebiet des Oberen und Mittleren Filstales dem
Grafen von Helfenstein. Zur Stauferzeit besaß ein Berthold von Mühlhausen hier
eine Burg, die noch 1566 als Burgstall im Grundbuch geführt wird. Die
Helfensteiner erbauten auf diesem Platz ein Schloss, das im 18. Jahrhundert vom
kaiserlichen Notar bewohnt und 1780 abgebrochen wurde.
Der Name „Dotzburg“ dürfte ebenfalls auf eine mittelalterliche Wehranlage
hinweisen, sicher aber auf jeden Fall, dass auf diesem Platz eine uralte Kirche
stand, die nach Überlieferung ein wundertätiges Marienbild enthielt. Im Jahre
1805 wurde diese Kirche abgebrochen.
Zur Zeit Barbarossas waren die Grafen von Helfenstein eines der mächtigsten
und angesehensten schwäbischen Adelsgeschlechter. Im Zuge politischer
Veränderungen blieb ihnen nur das Obere Filstal, also auch Mühlhausen. Nach dem
Aussterben des Geschlechtes wurde das Gebiet als Gemeinschaftsbesitz verwaltet.
Im 17. und 18. Jahrhundert hatten die verschiedensten Königshäuser Rechte und
Besitzungen in Mühlhausen, bis 1806 eine Entscheidung dahingehend getroffen
wurde, nach der der obere Teil des Filstales an Württemberg kommen sollte.
Damals gehörte Mühlhausen zum Oberamt Wiesensteig; 3 Jahre später vereinigte
man dieses mit dem Oberamt Geislingen, das im Jahre 1938 dem Kreis Göppingen
zugeordnet wurde, zu dem Mühlhausen heute noch gehört.
Über Jahrhunderte hinweg spielt die Landwirtschaft für Mühlhausen in
wirtschaftlicher Hinsicht die entscheidende Rolle für die Bevölkerung. Im 18.
Jahrhundert entwickelte sich ein bescheidenes gewerbliches Leben. Nach der
Währungsreform begann in Mühlhausen eine rege Bautätigkeit; im Verlauf der nun
folgenden Jahre wurden zahlreiche neue Einrichtungen wie Kanalisation,
Wasserversorgung u. ä. geschaffen. Heute stellt Mühlhausen im Täle eine moderne,
aufstrebende Gemeinde mit einer gesunden Wirtschaftsstruktur dar, die in der
Lage ist, die ihr gestellten und zu erwartenden Aufgaben und Anforderungen zum
Wohle ihrer Bürger zu bewältigen.